Dömös Zusammenfassung

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Dömös
Zusammenfassung
Zwei Engländer fuhren im Jahre 1851 von Gran (Esztergom) nach Ofen (Buda). Als sie Dömös erblickten, rief der eine mit Bewunderung: „Königliche Landschaft, warum bist du nicht England, die Kunst priese dich hoch, hier dagegen kennt kaum jemand deinen Namen!” Ihre Verwunderung wurde noch größer als ihre ungarischen Begleiter die Geschichte von Dömös und seiner Umgebung kurz erzählten.
Bei diesem seltenen Meisterwerk der Natur nimmt der Fluss am oberen Teil des Donauknies einen weiteren Bogen: wie ein Tanzschritt, eins nach oben eins nach unten, damit die Reisenden noch mehr Anlass zur Bewunderung haben. In diesem kleinen Bogen liegt das Dorf, das als Mittelpunkt des Gebirges Pilis seit der Eiszeit bis zu unseren Tagen als Wohnort für die Menschen dient. Unter römischer Herrschaft lebten hier verschiedene Völker, die mit den Ungarn verwandten Hunnen von Etzel (Attila), die Awaren und die Ungarn von Árpád, die „dieses heilige Land” bis heute besitzen.
Der Berg Pilis war mit Dömös zusammen von Anfang an im Besitz des Königs. In dem reich bewaldeten Gebiet gibt es mehrere Jagdschlösser und Kloster. Die Chronik der ungarischen Könige ist so wie die der anderen Nationen nicht frei von List, von Mord und von Unfällen. Dömös ist mehrmals Schauplatz der „großen” Geschichte. Es war zuerst Sommerresidenz des Königs, dann kirchliches Besitzgut, das der König verschenken konnte. Im 11. Jahrhundert sammelten sich die ungarischen Heere hier. Im Ort lebten mächtige und einflussreiche Propste, Bischöfe und Könige, die die Angelegenheiten des ganzen Landes regierten und die diesbezüglichen Urkunden mit ihren eigenen Siegeln versehen hatten: Prozess- und Schenkungsurkunden, Akten über Streitfragen wie Grenzen bestimmter Grundstücke usw.
Im 11. Jahrhundert wird der Dom zu Dömös erbaut, der in dieser Zeit sowohl in seiner Größe als auch in seiner Schönheit den anderen Meisterwerken der ungarischen Architektur standhält. Das war der Besitz des Königssohnes Álmos. Hier – auf seinem eigenen Grundstück – ließ ihn und seinen Sohn Béla der ältere Bruder Koloman (Kálmán) erblinden, damit sie nicht den Thron erben können.
Die Wege des Schicksals kann man jedoch nicht erkunden: der blinde Junge schrieb später seinen Namen als König Béla II in die Geschichte des ungarischen Königreiches ein. Johann (János) Hunyadi und König Matthias standen auch mit Dömös in Verbindung: mit ihren Staatsmännern verbrachten sie mehrere Monate im Kloster, diskutierten mit dem Papst und schickten ungarische Heere gegen die immer gefährlicher werdenden Türken.
1543 machten die Türken das Dorf dem Erdboden gleich, 150 Jahre herrschten sie in diesem Teil des Landes. Dömös wurde mehrmals entvölkert. In einigen türkischen Steuerregistern wird ab und zu der Ort erwähnt.
Nach der Belagerung von Ofen (Buda) im Jahre 1686, wo die Elite der europäischen christlichen Heere herrschte, begann die Eingliederung von Ungarn unter die Länder des Habsburgerreiches. Man sagte damals: Ein halbes Jahrhundert unter dem türkischen Halbmond war besser als ein paar Jahre unter dem österreichischen Kaiser. Als Folge dieser aussichtslosen Situation begann der Freiheitskampf unter Franz (Ferenc) Rákóczi II. Nach dem Niederschlag der Bewegung wurden die Protestanten unterdrückt und das Deutschwerden der Ungarn wurde mit Gewalt erzwungen. An dieser Lage milderte Kaiserin Maria Theresia. Nach der Urbarialregelung wurde der entsprechende Vertrag, in dem das Verhältnis zwischen dem Grundbesitzer und der Bauer geregelt wurde, auch in Dömös abgeschlossen.
Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die katholische Kirche stärker, diese Tatsache hatte auch auf das Leben von Dömös seinen Einfluss. Das gute oder schlechte Schicksal des Ortes hing auch von den Priestern, den jeweiligen Vorstehern des Ortes ab. Das religiöse Leben wurde täglich praktiziert. Es enthielt auch Festtage, die mit den Volkstraditionen zusammen, die schwere Lasten des bäuerlichen Lebens vorübergehend in den Hintergrund stellten. Zahlreiche Reime, Bräuche, Volkslieder und Aberglauben existieren bis heute und sie werden von den Bewohnern von Dömös weiter vererbt.
Gegen die Herrschaft der Habsburger stand das Volk im Jahre 1848 noch einmal auf. Mehrere Dutzend Einwohner von Dömös meldeten sich in die Nationalgarde. Aus den Glocken wurden Kanonen gegossen. Dem blutigen Niederschlag des Freiheitskampfes folgte 1867 der sog. Ausgleich und dann weitere friedliche 50 Jahre.
Wegen dem reichen Waldbestand und den Bergen prosperierte hier bis zum ersten Weltkrieg eine entwickelte Forstwirtschaft, eine Tongrube und ein Steinwerk. Die Lage an der Donau erwies sich günstig, da der Transport in weit entfernte Gebiete leichter war als in anderen Gegenden. Die Einwohner des Dorfes fanden in diesen Gruben und im Forst Arbeit. Die Ortschaft war auch wegen ihrer blühenden Garten- und Obstkultur bekannt. Die meisten Männer wählten den Beruf als Schiffer. Nur wenige kennen die Tatsache, dass beim Untergang der Titanic im Jahre 1912 als erstes das ungarische Schiff Kárpátia zur Rettung ankam. Der Schiffsarzt war aus Dömös. Sein Grab wird bis heute gepflegt und geehrt.
Dömös hat seit 1733 eine Schule, die bis zu der Verstaatlichung (1949) von den Kirchen finanziert und betrieben wurde. Im Ort spielten mehrmals Schauspielergruppen. Aufmärsche mit verschiedenen Masken gab es im Fasching und bei der Weinlese. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Zahl der zivilen Organisationen, Vereine, Sportklubs erheblich zu.
Diesem friedlichen Leben setzten die zwei Weltkriege mit ihren Folgen ein Ende: Armut, Auswanderung, mehr als 50 Tote und Opfer.
Dömös, Tor des Pilis-Gebirges diente sein den 1880er Jahren als Ausgangs- und Endpunkt mehrerer Touristenwege. Eine weitere große Zahl der Feriengäste übernachtet in den Ferienheimen, bei Privathäusern und in Pensionen. Sie werden seit 1990 in einem anspruchsvollen Zeltplatz direkt am Donauufer erwartet. Die Zukunft von Dömös liegt im Heiltourismus: in der Stille, in der Nähe der Donau und in der sauberen Luft.
Die schöne Landschaft lockte sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zahlreiche Künstler hierher. Es wurden Künstlerkolonnen gegründet, die vielen landes- und europaweit bekannten Künstlern Obdach boten.
Die 1976 erbaute Galerie Dömös ist Schauplatz vieler Ausstellungen und Konzerte. Der Initiator und der Organisator des kulturellen Lebens war der Briefmarkengrafiker Josef Vertel, der dreimal mit dem UNO-Preis ausgezeichnet wurde. Im Sommer gibt es Turnveranstaltungen, die an die Krieger der Arpadenzeit erinnern. In der Kirche und auf der Freilichtbühne Prinz Álmos werden die Stimmung alter Zeiten und die wichtigsten Ereignisse der ungarischen Geschichte mit Hilfe von Musikern, die auf Instrumenten aus dem Mittelalter und der Renaissance spielen, wieder in Erinnerung gerufen.
Die archäologischen Funde aus Dömös und seiner Umgebung sind im Museum Bálint Balassi in Esztergom (Gran) und in dem Nationalmuseum in Budapest zu besichtigen. Die Kirchenruine aus dem 11. Jahrhundert erwartet mit ihrer schönen Architektur die Gäste von Mai bis September.

 

 

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