Nagyiván Zusammenfassung

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Nagyiván
Zusammenfassung
Das Dorf liegt am östlichen Rande des Komitats Jász-Nagykun-Szolnok, zwischen zwei, sich voneinander in vieler Hinsicht unterscheidenden Landschaften der Ungarischen Tiefebene: zwischen der Pußta Hortobágy und des Gebiets am Mittleren Theiß. Die periphere Lage der Ortschaft zeigt auch die Tatsache, daß die näheren Kleinstädte (Tiszafüred, Karcag) gleichermaßen 25-30 Km entfernt sind, auch der Sitz des Komitats (Szolnok) und der Sitz des Nachbarkomitats (Debrecen) liegen 75-80 Km weit. Der Ort hat keine Eisenbahnverbindung: Nagyiván ist ein Umkehrdorf. Nur die Buslinien nach Tiszafüred sichern den Anschluß an das Verkehrssystem des ganzen Landes.
Die am Rande des Hortobágy liegende Siedlung ist eins der trockensten Gebiete des Landes; der Niederschlag beträgt im Jahresdurchschnitt etwa 520 mm, die Jahresdurchschnittstemperatur liegt um 10 Grad Celsius. Das im Vergleich mit den anderen Dörfern der Tiefebene nicht allzu große Gebiet um das Dorf herum kann in zwei voneinander gut abgrenzbare Teile zerlegt werden. Das zeigt sich auch in morphologischer Hinsicht: die mit Tiszaörs benachbarten mit Löß bedeckten hügeligen Gebiete gliedern sich mit einer „Treppe“ in die durch die Überschwemmungen des Theiß oft heimgesuchte flache Landschaft des Hortobágy.
Auf die naturformende Tätigkeit der Menschen weisen die in der Ortsnähe liegenden künstlichen Bodenerhöhungen (ung. kunhalom) hin. Die höchste dieser meist auf hügeligen Gebiete oder ehemaligen Flußufern errichteten Höhen, ist der sog. Bürök-Hügel, der der höchste Punkt der Hortobágy-Gegend ist. Ein Teil des Dorfgebietes steht heute unter Naturschutz: er gehört zum Nationalpark „Hortobágy“ und hat eine seltene Flora und Fauna.
Die Möglichkeiten in der Landwirtschaft sind dadurch gekennzeichnet, daß im Dorfflur die Ackerfelder nur etwa 28 Prozent einnehmen, das größte Gebiet wird als Weide genutzt (ungefähr 44 Prozent). Diese Verteilung zusammen mit dem Röhricht und den großen, nicht kultivierten Teilen (Sumpf- und Naturschutzgebiete) ist für das Hortobágy-Gebiet typisch.
Archäologische Funde weisen darauf hin, daß diese Gegend seit dem mittleren Neolithikum bewohnt war, allerdings wurden im Ort keine systematischen archäologischen Grabungen durchgeführt. Besonders der östliche Teil des Dorfgebiets ist reich an archäologischen Denkmälern. Schon vor der Landnahme existierten mehrere dauerhafte menschliche Siedlungen auf diesem Gebiet.
Der Ortsname, der einen Personennamen enthält (Iván), scheint die Annahme, daß das Dorf schon in der Arpadenzeit, vielleicht seit der Wende des 12. und des 13. Jahrhunderts bewohnt war, zu belegen. Der Name taucht in den Urkunden erst nach dem Tatarensturm auf, das Bestimmungswort Nagy erscheint in den 1480er Jahren.
Das Dorf, das jahrhundertelang zum Komitat Szabolcs gehörte, wurde am Anfang der 1400er Jahre zu einer entvölkerten Pußta und geriet nach Ansiedlung neuer Bewohner in die Verwaltung des Komitats Heves. Im 15. Jahrhundert wechselten sich die Besitzer des Dorfes mehrmals. Für eine kürzere Zeit besaß den Ort die Familie Hunyadi, die den „großen“ König des Landes gab. Am Ende des Jahrhunderts geriet die Hälfte von Nagyiván in die Hände des Kapitels von Erlau (Eger). Nach der Schlacht von Mohács (1526) besaß das Kapitel schon das ganze Gebiet des Dorfes, seine Präsenz war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts maßgebend.
Als 1552 die Türken die Burg von Szolnok belagerten, gerieten auch die Bewohner von Nagyiván unter türkische Herrschaft, allerdings mußten sie jahrzehntelang für beide Herrscher Steuern zahlen. Das Dorf wurde 1596 von den gegen die Burg von Erlau (Eger) marschierenden türki-schen und tatarischen Heeren geplündert: von da an war die Siedlung mehr als ein Jahrhundert lang unbewohnt. Nach den Rückeroberungskriegen und dem Rákóczi-Freiheitskampf versuchte das Kapitel von Erlau (Eger) das verwilderte Gebiet im Jahre 1712, dann 1721 neu zu bevölkern, aber die Anstrengungen hatten kein Ergebnis.
Den Wendepunkt in der Geschichte von Nagyiván brachte das Jahr 1754, da der Gutsherr die Ansiedlung mit Erfolg durchführen konnte. Das Kapitel von Erlau (Eger) verteilte 14 Leibeigenenfamilien (9 aus Boconád,
3 aus Heves und je eine aus Csász-Puszta und Dormánd) eine Siedlungsgenehmigung und eine Ermäßigung der Lasten. 30 Jahre nach dieser organisierten Bevölkerung lebten im Dorf schon 1143 Personen. Die Mehrheit machten die Leibeigenen mit eigener Grundansässigkeit und die Beisassen mit oder ohne eigenes Haus aus, aber es gab auch adelige Familien. 1828 standen in Nagyiván 264 Häuser, die Einwohnerzahl nahm weiter zu, sie betrug 1849 Personen. Mit Ausnahme der sieben jüdischen Bewohner war die ganze Bevölkerung katholisch. Zu dieser Zeit arbeiten schon viele Handwerker im Dorf (Schmied, Stiefelmacher, Kürschner, Müller, Weber), auch eine Zunft wurde gegründet. Die Zahl der Bevölkerung machte 1851 1990 Personen aus.
Über die schwachen Gegebenheiten des Bodens hinaus trugen auch die relativ große Entfernung der Orte mit Marktrecht und die schlechten Verkehrsbedingungen zur Hemmung dieser Entwicklung bei, so galt in der Mitte der 1800er Jahre schon eine stagnierende Tendenz.
1930 lebten 2359 Personen in Nagyiván, das Maximum erreichte dieses Dorf am Rande des Hortobágy zwischen den zwei Weltkriegen. Nach 1945 wurde unter den 360 Bewerbern 1626 Morgen Land verteilt, aber bald nach der Bodenverteilung kam es auch hier zur Organisation der Landesproduktionsgenossenschaften. Die traditionelle Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung war im Auflösen, das zeigt auch die Tatsache, daß seit den 1950er Jahren die Einwohnerzahl stagnierte, später kam es zu einer Auswanderung in großem Ausmaß. 1949 lebten 2353 Personen hier, 1960 2341, 1980 nur 1455. In den 1970er Jahren wurde auch die zentrale Verwaltung der Gemeinde und der Landesproduktionsgenossenschaft nach Tiszaörs verlegt.
In Nagyiván gibt es zwei Gebäude mit Baudenkmalcharakter und eins, das Denkmalschutz nötig hätte, weitere architektonische, kulturgeschichtliche Denkmäler weisen auf das eigenständige Bild der Siedlung hin. Die römisch-katholische Kirche wurde 1789, das Pfarramt 1792 erbaut, beide aus Stein. Im Dorf gibt es mehrere Bauernhäuser, deren innere Einteilung die Traditionen des 19. Jahrhunderts in Erinnerung ruft. Von der äußeren Gestaltung der Häuser sind die Giebelverzierungen aus Schmiedeeisen zu erwähnen, die auf die Konfession der Eigentümer hinweisen.
Die Bevölkerung des auf dem Besitz des Kapitels von Erlau (Eger) neu gegründeten Dorfes unterschied sich von den Einwohner der umliegenden Orte. Das liegt daran, daß die Einwohner von Nagyiván aus Dörfern von Nordungarn stammten. Wegen der Migration bewahrten sie aus ihrer ursprünglichen Kultur nur wenig. Trotzdem waren sie noch in den 1970er Jahren voll im Bewußtsein ihrer wichtigsten unterscheidenden Merkmale, die mit ihrer fremden Herkunft und ihrer landschaftlichen Abgeschlossenheit zu erklären sind. Hier hat z.B. die Biene eine andere Benennung, das traditionelle Weihnachtsgericht ist anders, die Überlieferung hat ihre typischen Züge.
Aus der Glaubenswelt wurde die Figur „szecsko“, die wahrscheinlich mit der Hexe identisch ist, für die Ethnographen erst in den letzten 30 Jahren bekannt. Sie weist auf das Erbe der Paloczen hin. Weitere Traditionen wie das Trinken der Pferde „von einem roten Apfel“ an Weihnachten, bzw. bei den Hausaltaren die Verehrung der Maria-Statuen und der bekleidbaren Madonna-Statuen bewahren die Folklore des Nordens. Von der Volksarchitektur der Gegend unterscheidet sich Nagyiván durch das häufige Vorkommen eines bestimmten Laubentyps.
Im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung hat die Geschichte der Ansiedlung kaum noch Spuren, aber sie ist dessen bewußt, daß im Dorf berühmte Schäferdynastien lebten und daß ihr Dialekt und ihre Kultur in einigen Zügen von den der umliegenden kalvinistischen Dörfer abweicht.

 

 

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