Laskó Zusammenfassung

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Laskó
Zusammenfassung
Als im vorigen Jahr die Ungarn in der ganzen Welt das Millenium, das tausendjährige Bestehen des ungarischen Staates feierten, nahmen daran auch die ungarischen Bewohner aus Kroatien, aus dem Drávaszög und aus Slawonien teil. Die Mitglieder dieser ethnischen Gruppe sind sie Überlebenden, die ein Jahrtausend lang ihre Siedlungen, ihre Namen, ihre Religion, Bräuche und vor allem ihre Muttersprache bewahren konnten. Unter den Dörfern gibt es mehrere – Vörösmart, Hercegszöllős, Laskó –, die trotz den Verwüstungen im 15–16. Jahrhundert einen landesweiten Ruhm erreichen konnten. Unter ihnen war Laskó das geistige Zentrum, das für eine kurze Zeit sowohl in der Bildungs-, Literatur- als auch in der Kirchengeschichte eine bedeutende Rolle hatte.
Wie ein Riese mit gespreizten Armen steht die Kirche von Laskó auf dem Kirchenhügel (hier „dörömb” genannt), dem vielleicht am meisten authentischen historischen Platz im Drávaszög. Sogar die Römer hatten hier eine Siedlung, später wurde hier der Grundstein der ersten christlichen Kirche der Gegend niedergelegt. 1475 wurde eine schöne gotische Kirche erbaut. Der wirtschaftliche Wohlstand, die Fischerei, der Handel auf der Donau trugen zur Herausbildung der führenden Rolle des Ortes bei. Bis zum 17. Jahrhundert wurde hier die Marienstatue der Franziskaner aufbewahrt, der viele Wunder nachgesagt werden.
Es ist nicht zufällig, dass die Reformation im Süden hier begann. Mihály Sztárai, die bedeutendste Persönlichkeit dieser Bewegung in Ungarn, offenbarte hier seine neuen Thesen. Die Bürger des Marktfleckens standen nicht nur im Geiste an der Seite des Predigers, sie unterstützten ihn auch finanziell. Hier, auf dem Kirchenhügel von Laskó ertönten seine ersten ins Ungarische übersetzten Kirchenlieder, genauso wie die ersten ungarischen Schuldramen. Die Siedlung, die heute nur ein Dorf ist, war der Geburtsort vieler in dieser Schule erzogenen Persönlichkeiten, die ein eigenes Kapitel in der ungarischen Kulturgeschichte verdient hätten.
Demeter Laskai war wahrscheinlich im hiesigen Franziskanerkloster erzogen worden. Der von ihm geschriebene Kodex tauchte vor ein paar Jahren im Franziskanerkloster von Šibenik am Ufer der Adria auf. Hier steht mit seiner Handschrift das zweitälteste ungarische Sprachdenkmal, ein fünfzeiliges Gedicht. Der Geburtsort von Osvát Laskai war auch Laskó. Er war eine bedeutende Persönlichkeit des Franziskanerordens, veröffentlichte eine Sammlung von Predigten, die europaweit bekannt wurde. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde hier auch Johann Laskai geboren. In der Literaturgeschichte wird er als der Übersetzer der Werke von Aesopus hoch geschätzt. Peter Laskai Csókás war der Verfasser der ungarischen Beiträge des zehnsprachigen Calepinus-Wörterbuchs. Darüber hinaus hielten sich hier viele bedeutende Persönlichkeiten der ungarischen Literatur, Bildungs- und Kunstgeschichte für kürzere und längere Zeit entweder als Prediger oder als Schulmeister auf.
Nach dem 17. Jahrhundert, als das Flussbett der Donau vom Dorf weiter entfernt abfloss, ging die Bedeutung von Laskó sowohl wirtschaftlich als auch kulturell zurück. Das geistige Leben blühte wieder im 19. Jahrhundert auf, als die Familie Ács in Laskó erschien. Der Vater, Ladislaus schrieb die Chronik des Dorfes. Der ältere Sohn, Gedeon war der Feldkaplan von Kossuth und folgte ihm auch ins Ausland, er hinterließ ein Tagebuch von 5000 Seiten, das als ein wichtiges Zeugnis dieser Zeit gilt. Sein Bruder Sigismund war Lehrerkollege des Dichters János Arany in Nagykőrös und war ein bekannter Übersetzer der Werke von Shakespeare.
Die Einwohnerzahl von Laskó nimmt genauso ab wie in der ganzen Gegend. Den neuesten Bevölkerungsverlust musste das Dorf infolge der serbischen Angriffe im Jahre 1991 verzeichnen. Von der außerhalb der heutigen Staatsgrenzen lebenden ungarischen Minderheiten sind die Ungarn in Kroatien in größter Gefahr. Die Überlebenschancen liegen vor allem in der Hand der Führungskräfte des Landes in dem sie leben. Dazu muss die von vielen Wunden blutende Ungarnschaft ihre Lage realistisch einschätzen. Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass sie immer weniger und älter sind, die Jugendlichen benutzen die Muttersprache immer weniger, verlassen ihre alten Traditionen, Schulen und die Kirche.
In Kroatien besteht jetzt die Gelegenheit, dass die Ungarn ihr Schicksal in die Hand nehmen können. Wenn sie sich nicht einigen können, dass die etwa 20-25000 Personen zählende städtische Bevölkerung die tausendjährige Geschichte als Grundstein zur Entwicklung dient, wenn sie die Probleme nicht mit gegenseitigen Kompromissen zu lösen versuchen, haben sie als Ungarn keine Chancen mehr. Sie haben die Gelegenheit, mit der ganzen Nation durch das symbolische Tor des 20. Jahrhunderts zu treten und können den Weg zur Versöhnung untereinander einschlagen. Man soll diese Möglichkeit ausnutzen.

 

 

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