Gát Zusammenfassung

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Gát
Zusammenfassung
Am westlichen Rande des ehemaligen Szernye-Sumpfgebietes – mit anderem Namen der See von Gát –, auf dem halben Wege zwischen Munkács und Beregszász liegt das Dorf Gát, dessen Geschichte bis in die Arpadenzeit zurückgeht. Der See – stagnum – wurde zum ersten Mal im Jahre 1272 in einer Schenkungsurkunde von Stephan V erwähnt. Das Ufer war höchstwahrscheinlich schon in früheren Zeiten bewohnt, denn um das Moorgebiet herum konnten viele archäologische Funde aus früheren Zeiten freigelegt werden. Steinäxte, Waffen, verschiedene Gebrauchsgegenstände, Schmuckstücke, Urnen beweisen, dass sich der Mensch auf dem Gebiet des heutigen Dorfes und in der unmittelbaren Umgebung schon in den Jahrhunderten und Jahrtausenden vor der ungarischen Landnahme niedergelassen hat. Den Lebensunterhalt sicherten sie durch Fischerei, Jagd und Sammeln von Früchten. Ihre Häuser erbauten sie aus Holz, das ja in der dicht bewaldeten Gegend vorhanden war. Um sich selber und auch ihre Tiere vor Raubtieren beschützen zu können, verfertigten sie auch sog. Hecken aus Holz.
Eine Urkunde aus dem Jahre 1374 über die Besichtigung des Gebietes von Beregszászvégardó erwähnt das Dorf unter dem Namen Gát (Gaath), als das Nachbardorf von (Makkos)Jánosi. Der Ortsname kommt aus dem Substantiv „gát” (auf Deutsch Damm), denn in älteren Zeiten wurden sogar die Landstraßen, die durch sumpfige Gegende führten, Damm genannt. Die Siedlung gehörte – wahrscheinlich schon seit der Arpadenzeit an zur Burg von Munkács, besser gesagt zu ihrem Herrschaftsgut. Das Schicksal des Ortes war jahrhundertelang eng verbunden mit dem des Dominiums. Im Leben der Ortsbewohner spielt das Wasser des Flusses Szernye und der Fischfang im Fluss eine große Rolle. In Kriegszeiten suchten die Ortsbewohner im Sumpf Unterschlupf.
Im 16. Jahrhundert hatte die Bevölkerung von den hier durchziehenden kriegerischen Heeren viel zu leiden, dem Steuerregister des Jahres 1552 nach war die Siedlung völlig entvölkert. Wenig später wurde sie neu bevölkert. Die Bewohner kehrten bald zur kalvinistischen Religion über, da hatten sie auch schon einen eigenen Pfarrer. Sie durften ihren Glauben seit 1681 frei ausüben, 1750 bekamen sie von der Statthalterei in Pest eine Genehmigung zum Bau einer Kirche aus Holz. An ihrer Stelle wurde 1828 eine andere Kirche aus Stein errichtet, die sechs Jahre später geweiht wurde. Das Kirchenbuch der kalvinistischen Gemeinde wird seit 1779 geführt. 1796 hatte die Siedlung schon einen Schulmeister, der Ortsvorstand ließ auch eine Schule erbauen.
Der Boden um Gát herum ist größtenteils von schlechter Qualität, sie haben viele Weiden und Wiesen. Dieser Boden konnte die Bevölkerung in den 1920–30er Jahren nicht mehr ernähren. Diejenige, die nichts oder nur wenig Land hatten verdienten ihr Brot als Tagelöhner in den umliegenden Pusstagebieten und Gehöften. Mit dem Friedenspakt von Trianon im Jahre 1920 geriet auch Gát – und das ganze Gebiet unterhalb der Karpaten – zur Tschechoslowakei. Die neue Macht ließ, um die geschlossene ethnische Gruppe der Ungarn aufzulockern, 13 Ruthenenfamilien einsiedeln, die ein Land, ein Haus und ein langfristiges Darlehen bekommen haben und zu wohlhabenden Bauern gemacht wurden. Die ungarische Bevölkerung versuchte ihre Identität, ihre Sprache und ihr Nationalbewusstsein durch ein reges kulturelles Leben zu bewahren. Sie hatten eine Schauspielgruppe, eine Bibliothek und eine freiwillige Feuerwehr, die auch am kulturellen Leben teilnahm.
Dem Wiener Beschluss von 2. November 1938 zufolge wurde dieses Dorf zusammen mit den anderen rein ungarisch bewohnten südlichen Gegenden unterhalb der Karpaten wieder mit Ungarn vereinigt. In den folgenden Jahren gewann die Schulbildung immer mehr an Bedeutung, die Jugendlichen lernten entweder in Munkács oder in Beregszász auf Realschule, Handelsschule oder Gymnasium. Der ungarische Staat erbaute auch hier – trotz aller Schwierigkeiten des Krieges – die sog. ONCSA-Häuser für die ärmeren Familien.
Das Dorf wurde im Oktober 1944 von der sowjetischen Armee besetzt, im November wurden wie überall in der Gegend die Ungarn „deportiert”, die Männer verschleppt, von denen 53 auf dem Gulag gestorben sind. Die griechisch-katholischen Ruthenen wurden mit einem Beschluss der Behörde für eine Gruppe mit ukrainischer Nationalität erklärt – wie überall in der Umgebung – so fielen sie der Vergeltung nicht zum Opfer. Sogar der neue Rat des Ortes wurde unter ihnen gewählt. Die Behörden begannen mit der Umorganisation der ganzen Verwaltung, die ungarischen Institutionen wurden aufgelöst. Die ukrainisch – ruthenische und die russische Sprache wurden zur offiziellen Sprache erklärt. 1949 hat man schon die Verstaatlichung und die Organisation der Kolhosen beendet. In der ungarischen Schule des Ortes gab es Schulklassen mit Russisch und auch welche mit Ungarisch als Unterrichtssprache. Erst 20 Jahre später wurde eine Genehmigung für die Gründung einer ungarischen Mittelschule erteilt.
Seit einem guten Jahrzehnt werden auch in Gát – wie auch in den anderen ungarischen Dörfern in der Karpaten-Ukraine – in jedem Jahr mehr Menschen begraben als getauft. Im Jahre 1983 gab es 45 Todesfälle (fünf vom Tausend), am wenigsten 1987 (acht vom Tausend). Die Sterberate sieht in dem Jahrzehnt mit Ausnahme der vorigen zwei Jahre folgendermaßen aus: 1982: 28, 1984: 27, 1985: 31, 1986: 32, 1988: 29 Personen. Die abnehmende Einwohnerzahl ist einerseits mit der immer wenigeren Eheschließungen zu erklären, aber die katastrophale Wirtschaftslage trägt zu den ungünstigen demografischen Veränderungen wesentlich mehr bei. Das Lebensniveau ist im letzten Jahrzehnt drastisch gesunken. Seit Mitte der 1990er Jahre ist der größere Teil der Bevölkerung arbeitslos. Die Bodenreform (Reprivatisation), die jetzt im Gange ist, bedeutet nur teils eine Lösung.
Die Zahl der Arbeitslosen ist recht hoch, heutzutage haben von den 1900 Personen im arbeitsfähigen Alter nur 400 (21 Prozent) einen Arbeitsplatz. Das gilt auch für die anderen ungarisch bewohnten Gegenden, nach Schätzungen erreicht die Arbeitslosenrate das Zehnfache der offiziellen ukrainischen Statistik und ist über 70–80 Prozent.
Heutzutage ist Gát nicht mehr einheitlich ungarisch. Die Nachkommen der im letzten Jahrhundert eingesiedelten Ruthenen leben hier. Sie hatten, da sie der Nation angehörten, die die Mehrheit ausmacht, eine führende Rolle im Ort und wirkten auf das Leben des Dorfes in einem größeren Maße ein als es von ihrer Zahl folgen würde. Im Jahre 1999 lebten über 3000 Leute in Gát (95% waren ungarischer Nationalität), die Nachkommen der Ruthenen und die neu eingesiedelten Ukranen sind etwa 150 Personen.
Der bekannteste Sohn von Gát war Vilmos Kovács (1927–1977) Dichter und Schriftsteller, dessen Roman „Auch Morgen ist noch Leben” ein wichtiges Stück der karpaten-ukrainischen und der ungarischen Literaturgeschichte ist. Ein ähnlich bedeutendes Werk ist seither nicht entstanden. Nach vielen Problemen mit den Parteiorganen und den Behörden wurde das Buch 1965 veröffentlicht und wenig später dann verboten. Es stellt das Schicksal der hiesigen ungarischen Minderheit nach 1944 sehr authentisch dar. Vilmos Kovács spielte seit Ende der 1960er Jahre in der Erziehung und Unterstützung einer neuen Schriftstellergeneration im Rahmen von „Forrás (Quelle) Stúdió” eine wichtige Rolle. Auch in den Kämpfen der ungarischen Minderheit für ihre Bürgerrechte war er aktives Mitglied.
In Gát wurde auch Gizella Cipola (1945), Kammersängerin der Staats-oper in Kiev und Gewinnerin des internationalen Glinka-Preises, geboren. 1976 hat sie auch am Giacomo Puccini Gesangswettbewerb in Japan den „Madame Butterfly” Preis gewonnen. Sie trat in vielen Ländern der Welt auf und bekam etliche Auszeichungen.
Die Geschichte des Ortes ist in diesem letzten Jahrtausend die Geschichte ständiger Schicksalsschläge, Verwüstungen und Neuanfänge. So ist es auch in unseren Tagen, bei dem Neuanfang hilft, sowohl seelisch als auch körperlich nur die Hoffnung.

 

 

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