Bükkszentkereszt Zusammenfassung

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Bükkszentkereszt
Zusammenfassung
Bükkszentkereszt galt nach dem ersten Weltkrieg als einer der beliebtesten Höhenkurorte Ungarns. Das 680 Meter über dem Meeresspiegel liegende Dorf war nicht nur wegen der wunderschönen Landschaft populär. Die hiesige Luft wurde für die Heilung von Atmungsbeschwerden und für die Regeneration des erschöpften menschlichen Organismus empfohlen. Der Fremdenverkehr hat das „Gesicht” von Bükkszentkereszt erheblich verändert. Neben den Wohnhäusern erschienen an den Berghängen stimmungsvolle Pensionen, Gaststätten, viele von ihnen sind noch heutzutage in Betrieb, allerdings unter anderem Namen. Die heutige Führung der Gemeinde sieht die Möglichkeit der Weiterentwicklung des Dorfes in der Ausbreitung des Fremdenverkehrs. In dem immer schöner werdenden Bergdorf dient unter anderem eine Skipiste mit Skilift, ein Höhentennisplatz, sowie Möglichkeiten zum Reiten der Erholung. Das neulich eingerichtete Museum eröffnet den Blick in die reiche Geschichte des Dorfes und der Umgebung.
Bükkszentkereszt trug bis 1940 den Namen Újhuta (Neuhütte). Die alte Benennung weist darauf hin, daß die Gründer des Dorfes Glasmacher waren. Die ersten Arbeiter des 1755 gegründeten Betriebs in Újhuta (Neuhütte) waren tschechisch-böhmischer, polnischer und deutscher Herkunft, die neben Fenstergläsern Flaschen in verschiedener Form und Funktion für die historischen Weingegenden hergestellt haben. Am Ende des XVIII. Jahrhunderts wurde die Glashütte gesperrt, die Mehrheit der Meister verließ das Dorf, neue Arbeit suchend.
Der reiche Waldbesitz des westlich von Miskolc liegenden Gebirge Bükk wurde von dem Fiskus verwaltet. Für die Abholzung der Wälder siedelte der Fiskus in mehreren Etappen Waldarbeiter aus den nördlichen, slowakischen Gebieten an. Dementsprechend wurde das von den Glasmachern gegründete Dorf slowakisch bevölkert.
Die Umgebung des auf der Hochebene des Bükk in einem Tal liegende Dorfes ist arm an Gewässern und hat kein kultivierbares Land. Den Lebensunterhalt der Bewohner sicherte bis zur heutigen Zeit der Wald. Die Reliquie der für die Erhöhung des Heiligen Kreuzes eingeweihten Kirche des Dorfes – die den Namen der Ortschaft gab – soll ein Splitter des Kreuzes von Jesu sein. Das ist vielleicht kein Zufall. Denn wie Christus unter schweren Leiden die Sünden der Menschheit auf sich nahm, so mußten die Slowaken viel leiden, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Trotz der schweren Holzfällerarbeit, des häufigen Mangels an Trinkwasser im Dorf, der Epidemien hatte die Ortschaft immer mehr Einwohner, denn die tief religiösen Familien mit vielen Kindern konnten sich sehr gut ihrer Umgebung anpassen und fanden ihren Platz in der Arbeitsverteilung der Gegend. Neben der Forstwirtschaft stellten die Kohlen- und Kalkbrennerei, sowie der Verkauf von Waldfrüchten und Heilkräutern weitere Einnahmequellen dar. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts war der größte Abnehmer des Holzes die Eisenhütte des Fiskus in Hámor, in der Nähe von Újhuta (Neuhütte). Über das Brennholz hinaus bestand noch Anspruch auf Holzkohle und Brennkalk in größeren Mengen. 1868 wurde in Diósgyőr (neben Miskolc) eines der modernsten Eisenwerke des Landes aufgebaut, das die stillgelegte Eisenhütte in Hámor ersetzte, und weiterhin die Lieferungen der im Inneren des Gebirge liegenden Dörfer in Anspruch nahm.
In der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts entwickelte sich Újhuta (Neuhütte) – auf die Nähe zum Eisenwerk basierend – immer mehr zu einem Fuhrmannsdorf. Die Einwohner, die Zugtiere besaßen, lieferten das Holz mit Ochsenfuhren nach Diósgyőr. Mit Pferdefuhren suchten sie weiter entfernte Gebiete auf, um Holzkohle und Brennkalk in der Tiefebene (Alföld) zu verkaufen Am Ende des XIX. Jahrhunderts hörten die Einwohner allmählich mit der Kohlenbrennerei auf und spezialisierten sich auf die Kalkbrennerei. Mit dieser Tätigkeit wurden sie allgemein bekannt. Die Meister von Újhuta (Neuhütte) wurden in viele Länder Europas zum Kalkbrennen und zum Weitergeben ihres Handwerks eingeladen. Von den mit Echowagen oder Zeltwagen verkehrenden Hutaern wurde das Kalk in erster Linie gegen Naturalien gekauft. Dieser Tauschhandel sicherte die Lebensmittelversorgung des Dorfes.
Die Slowaken in Újhuta (Neuhütte) galten seit der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts als zweisprachig, damals begann ihre allmähliche Assimilation. Bei ihrer speziellen Waldarbeit – die Abholzung und die Kalkbrennerei übten sie in einer eigenen Arbeitsteilung aus – benutzten sie die slowakische Sprache. Bei ihrer Landfuhren und beim Hausiererhandel mit dem Kalk war die Kontaktsprache natürlich Ungarisch. Die Assimilation wurde weiterhin durch die obligatorischen „Sprachübungen” in der Religion, im Schulwesen und bei den Behörden beschleunigt. 1896, bei Tausendjahrfeier der ungarischen Landnahme nahmen die Slowaken auf den Vorschlag ihres Pfarrers gut klingende oder bekannte ungarische historische Familiennamen an, wodurch in vielen Fällen der letzte Hinweis auf die fremde Herkunft verschwand.
Die Ergebnisse der ausführlichen sprachwissenschaftlichen Untersuchungen und die historischen Quellen beweisen, daß die Slowaken aus den Gebieten außerhalb der Komitaten Preßburg (Pozsony) und Nógrád stammen. Die ursprünglichen Familiennamen zeugen in vielen Fällen von böhmisch- mährischem und polnischem Einfluß. Die aus 11 Komitaten von Oberungarn stammende Bevölkerung hat nach der Niederlassung im Gebirge Bükk einen eigenständigen Mischdialekt verwendet. 1941 sprachen zweidrittel der 1600 Einwohner von Bükkszentkereszt slowakisch. Nach dem zweiten Weltkrieg meldeten sich aufgrund des tschechoslowakisch-ungarisches Paktes über den Bevölkerungsaustausch mehr als 900 Einwohner des Dorfes zum Aussiedeln. Letztendlich zogen 660 Leute – der älteste 78 Jahre, der jüngste 18 Monate alt – in die sudetendeutsche Gebiete der Tschechoslowakei um.
Nach dem zweiten Weltkrieg gab das Jugend die Sprache seiner Ahnen immer mehr auf, so sprachen in den 1960/70er Jahren nur die Ältesten im Dorf slowakisch. Der Gemeinderat – im Bewußtsein der Bedeutung der eigenen Sprache, der Wichtigkeit der Herkunft und der Identitität – unterstützt heutzutage mit allen Mitteln den Unterricht der slowakischen Sprache, erstrebt lebendige Kontakte mit slowakischen Gemeinden und mit den in der Slowakei lebenden ehemaligen Einwohnern von Bükkszentkereszt.
Die Bevölkerung von Bükkszentkereszt hat in seiner Geschichte nicht nur die slowakischen Dialekte der verschiedenen Gebiete Oberungarns zu einer besonderen Einheit zusammengeschweißt, sondern auch die Kultur der unterschiedlichen Völkerschaften. Die überlieferte Kultur von Bükkszentkereszt – die von den traditionellen wirtschaftlichen Tätigkeiten gespeist hat – wurde von jedem der von den verschiedenen Gebieten hierher gesiedelten ethnischen Gruppen bereichert. Die sachlichen und geistigen Denkmäler der traditionellen Kultur blieben am besten in der Bauweise, in den unterschiedlichen Einrichtungen des Verkehrs, des Transports und des Frachtfuhrens, bzw. in den Feierlichkeiten im Zusammenhang mit dem religiösen Leben und der Glaubenswelt erhalten.
Es gab einen sehr abwechslungsreichen Bestand an Geräten bei der Fracht- und Lieferarbeit. Für den Holztransport wurden spezielle, nur in dieser Gegend der Region bekannte Rodeln verwendet, für die Hebung der Baumstämme entwickelten sie ein nur hier bekanntes Werkzeug, sie nannten es „hévér”. Die Wagen wurden auf viele unterschiedliche Art und Weise umgebaut, um allen Erfordernissen vom Holztransport bis zur Kalklieferung zu entsprechen.
Die katholische Bevölkerung hielt die regelmäßige Ausübung der Religion für obligatorisch. Sie suchte die berühmten Wallfahrtsorte oft auf und machte ihr eigenes Kirchenfest am Tag der Kreuzerhöhung (14. September) auch in weiten Gebieten bekannt.
Neben den religiösen Festen bewahrten die Gepflogenheiten der Festtage und die Glaubenswelt zahlreiche traditionelle Elemente, die in vielen Fällen als ethnisches Spezifikum bewertet werden können. Die übermenschlichen und übernatürlichen Kreaturen der volkstümlichen Glaubenswelt und der mit ihnen verbundene Stoff dieser Glauben stammen größtenteils von Oberungarn, sie widerspiegeln dadurch auch die Herkunft der Bevölkerung und ihre nach der Niederlassung im Bükk entwickelte vielschichtige Kultur.

 

 

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