Apátfalva Zusammenfassung

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Apátfalva
Zusammenfassung
Apátfalva bildet eine eigenständige ethnographische Insel. Bis heute spricht man hier einen anderen Dialekt, die Traditions- und Gebrauchskultur ist auch verschieden: sie unterscheidet sich maßgeblich von der der Bewohner der Ungarischen Tiefebene. Der grundlegende Teil der Bevölkerung gehört zu der ethnischen Gruppe der Paloczen, aber unter ihnen findet man auch Jaszen, Magyaren – vor allem aus Magyarcsanád – sogar einige serbische Familien. Die ansässige Bevölkerung hat die fremden Elemente in sich aufgenommen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sie eine geschlossene Gemeinschaft, sie heirateten nicht aus anderen Dörfern. Der langjährige Militärdienst oder die Arbeit als Dienstbote hat weder die Sprache noch die Gebrauchswelt ernsthaft betroffen.
Ihre Volkskultur blieb nicht nur auf dem Niveau der Einsiedlung, die bürgerliche Umwälzung verminderte langsam die Tradition. Die neu Angekommenen fanden hier eine andere geographische Umgebung. Das Wasserleben auf der Maros bot neue Möglichkeiten. Die Einwohner konnten sich auch den Veränderungen der Technik, der Zivilisation nicht entziehen. In der Volksarchitektur läßt sich der Einfluß der Bautradion in Makó, im volkstümlichen Möbelhandwerk der Einfluß der Tischler aus Hódmezővásárhely und Makó, in der Keramikerkunst der Einfluß der Töpfer von Hódmezővásárhely nachweisen. Die Anfänge des Kartoffelanbaus stammen aus Csanád, der Zwiebel- und Gemüseanbau aus Makó. In der Frachtarbeit verbreitete sich der „Makóer” Karren. Die sog. „Abronyica”, die beim Wassertransport verwendet wurde, hat serbischen Ursprung. Die bäuerlich-bürgerliche Entwicklung wirkte auch auf die Bekleidung ein. Die äußeren Einflüsse gliederten sich in die Kultur ein, aber immer schon nach der Apátfalver Art umformiert.
Die Bevölkerung des Dorfes ist neben der Bewahrung der volkstümlichen Tradition auch durch die tiefe Religiosität gekennzeichnet. Ihr katholischer Glaube zeigte sich nie in den Formalitäten, dieser Glaube durchwob ihren Alltag. Das Bistum in Csanád bewertete das, indem es hierher seine besten Priester verlegte.
Die Apátfalver haben viel Selbstbewußtsein, neigen zum Virtus, sind aufbrausend. Sie suchen nicht den Streit, obwohl früher keine große Veranstaltung im Dorf vergehen konnte, ohne daß jemand das Messer holte. Über ihren Sinn nach Gerechtigkeit hinaus läßt sich die Tatsache, daß 1920 die requirierenden rumänischen Soldaten mit Forken aus dem Dorf vertrieben wurden, auch damit in Verbindung bringen. Deshalb bekam die Ortschaft die Benennung „Tapferes Apátfalva”. Die Frauen von Apátfalva waren von ihrer Schönheit berühmt. Man hielt von ihnen, daß sie sie sich gern aufputzen, viel reden und den Tanz und die Feste mögen.
Die Geschichte des Dorfes läßt sich in zwei, voneinander klar abgrenzbare Epochen gliedern. Die mittelalterliche Epoche umfaßt etwa fünf Jahrhunderte. Als „kleiner Bruder” des am anderen Ufer liegenden Csanádvár wurde es an der Überfahrt in der Kreuzung der vom Osten nach Westen und vom Norden nach Süden führenden Handelswege zu einem immer größer werdenden Siedlung, die im Komitat Csanád größer als der Durchschnitt galt. Während des Bauernkrieges von György Dózsa (1514) ließ sich das Dorf auch im ganzen Land von sich hören, weil das Heer einer seiner Untermänner, Stefan Balog hier bei Apátfalva schwer geschlagen wurde. Während der Türkenzeit wurde das Dorf entvölkert, es wurde zu einer Pußta. Manchmal hatte es einen Herren, aber es ist nicht gelungen, die Ortschaft neu zu bevölkern. Im Jahre 1700, bei der Organisation des Grenzgebietes begann über den mit Gras bewachsenen Ruinen ein neues Leben, aber die neue, mit Serben bevölkerte Siedlung bekam den Namen Újcsanád (Neu-Csanád), später Magyarcsanád. Die österreichischen Militäringenieure hatten nämlich von dem ehemaligen Apátfalva keine Ahnung, deshalb benannten sie nach dem Vorbild von Csanád am anderen Ufer, das neue Grenzdorf Neu-Csanád. Was hier begann, gehört aber schon zur Geschichte von Magyarcsanád.
Die neuzeitliche Geschichte von Apátfalva – die Fortführung seiner Entwicklung – die in keinem Zusammenhang mit den Vorhergehenden steht – umfaßt zweieinhalb Jahrhunderte.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Gebiet des Dorfes eine intensive Bewirtschaftung der Felder betrieben. Der Gemüse-, Kartoffel- und Zwiebelanbau bot den ärmeren Volksklassen den Lebensunterhalt.
Géza Féja, der beste unter den Schriftstellern, die sich mit Dorfkunde beschäftigt haben, schrieb 1937 über den Ort. „Im südlichen Csanád, am Rande der neuen Landesgrenze, in unmittelbarer Nähe von Makó bildet Apátfalva eine besondere Insel… Hauptsächlich Paloczen ließen sich hier nieder, und ihre Nachkommen unterscheiden sich bis heute maßgebend vom Volk der Gegend um den südlichen Theiß. Ihre Laune ist milder, ihre Sprechweise ist angenehm, oft funkelnd und humorvoll. Die Einwohner sind tief gläubige Katholiker, gleichzeitig sind sie aber hochmütig, stolz und kämpferisch. Die Schlägerei und das Messerstechen gelten in Apátfalva als unausrottbarer „Volksgebrauch”, aber sie erfolgen immer aus individuellen Gründen, sie sind nicht von sozialen Gemütern geprägt, nur das stolze „feurige” Temperament kommt hier zur Geltung. Sie erinnern an die Szekler, sie haben in sich eine gesunde Wilde, einen entwickelten ästhetischen Sinn, eine von innen ständig kitzelnde Lebenslust und eine Neigung zur Mysthik. Als würden sie vom Leben in den Bergen etwas in die unendliche Pußta hineinbringen… Das Temperament ist noch das alte, aber die Vergangenheit ist schon abgebrochen. Die bäuerliche Kultur wurde von der Welt des Kapitalismus in ihren Wurzeln angefochten. Der Kapitalismus vereinfachte das Leben und zwang jeden in den schärfsten gesellschaftlichen Kamp hinein. So eine Insel wie Apátfalva trotzt noch einige Zeit, obwohl dieser Trotz nicht bewußt ist, sondern er gehört zur Seelenwelt dieser Menschensorte. In Apátfalva ist noch der Rahmen der alten Volksseele nicht zerfallen. Natürlich ist auch sein Schicksal besiegelt, allerdings ist nicht dieser unausweichbarer Wechsel das Problem. Nicht das Schmerzliche am Übergang wird beklagt. Jeder Übergang bedeutet notwendigerweise auch einen Zerfall und am Ende der neuen Epoche ist immer der Zerfall im Mehrgewicht. Das Problem ist, daß auch noch die Ausklänge dieser alten Volkskultur Farbe und innere Stärke in das Dorf bringen. Wenn sie verschwinden, bleiben nur die wilden und blutigen Wunden des ´sozialen Ungarn´.”

 

 

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