Alcsútdoboz Zusammenfassung

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Alcsútdoboz
Zusammenfassung
Die zwei Dörfer Alcsút und Vértesdoboz wurden in der modernen Zeit, im Jahre 1950 unter dem Namen Alcsútdoboz vereinigt. Alcsút und seine Umgebung war von der Steinzeit über die Römerzeit hinaus bis heute bewohnt. Archäologische Funde aus der Bronzezeit und der Ära der Römer konnten in Göböljáráspuszta und auf dem Gebiet des Schlosses freigelegt werden. Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1365. Die Adeligen von Alcsút legten darin fest, dass der von Fülöp Hasas, einem Bürger aus Ofen (Buda) gepachtete Teil des Grundbesitzes dem Orden von Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) angehört. Von dem 14. Jahrhundert an bevölkerten weltliche Grundbesitzer den Ort. Der Name von Doboz (seit 1903 Vértesdoboz) taucht in den schriftlichen Quellen im Jahre 1339 zum ersten Mal auf.
Nach der türkischen Belagerung von Ofen (Buda) und Stuhlweißenburg (Székesfehérvár) verließen die Einwohner den Ort nur vorübergehend, beide Dörfer werden in den türkischen Steuerregistern bis 1590 erwähnt. Im Jahre 1562 gab es in Alcsút zehn, 1590 fünfzehn steuerzahlende Familien. Im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts protestierten die Adeligen von Alcsút mehrmals dagegen, dass der Burgkapitän von Tata sie zu Leibeigenendiensten aufforderte. Auch in Doboz verursachte die türkische Belagerung eine vorübergehende Rezession. 1580 lebten die Einwohner in sieben Häusern, selbst die Mitglieder der Familie Dobozy mussten dem sich ständig wechselnden türkischen Grundbesitzer Steuer zahlen.
Beide Ortschaften wurden in der Zeit des fünfzehnjährigen Krieges (1591–1606) entvölkert. In den folgenden Jahrzehnten war Doboz eine Pussta, während Alcsút von Kurialisten und ihren Dienern bevölkert wurde.
Der in Pápa (Komitat Veszprém) neu organisierte Paulinerorden erhob aufgrund eines missverstandenen Teiles einer Urkunde aus dem 13. Jahrhundert Anspruch auf Alcsút. In der Mitte des 18. Jahrhunderts begann ein mehr als ein Jahrhundert lang andauernder Rechtsstreit, dessen negative Auswirkung war, dass die Bewohner in den Leibeigenenstand gerieten.
Doboz wurde im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts neu organisiert, die Grundbesitzer waren die Familien Sajnovics und Dobozy. Die Einwohnerzahl von Alcsút ging am Ende des 18. Jahrhunderts an die 700, die von Doboz betrug 255 Personen.
Die Bevölkerung der beiden Siedlungen war durch die gleiche kalvinistische Konfession eng verbunden. Die Bewohner von Doboz suchten, solange sie keine eigene Kirche hatten, die geschützte und 1784 renovierte Kirche von Alcsút auf. In Doboz wurde die kalvinistische Kirche zwischen 1832 und 1835 errichtet. Von da an trennten sich die beiden Dörfer auch in kirchlicher Hinsicht. Doboz blieb das Dorf der mittelgroßen Besitzer. Nach der Auflösung des Paulinerordens (1786) wurde der Adelsstand der Kurialisten nicht mehr anerkannt. Die Adeligen in Alcsút hatten genauso Fronhöfe wie die Leibeigenen.
Mehr als drei Jahrzehnte lang war Alcsút staatliches Eigentum und wurde von der kirchlichen Stiftung verwaltet. Die wirtschaftlichen Verhältnisse besserten sich danach, nachdem 1819 der Palatin Joseph zum Besitzer des Herrschaftsgutes wurde. König Franz I ernnante Erzherzog Joseph Anton zum Statthalter von Ungarn, die ungarische Landesversammlung wählte ihn 1796 zum Palatin. Er bekleidete dieses Amt mehr als 50 Jahre lang, bis zu seinem Tode im Jahre 1847. Als Palatin folgte ihm sein Sohn, Stephan, der auch das Herrschaftsgut in Alcsút erbte.
Palatin Joseph hatte große Verdienste im Aufschwung des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in Ungarn. Er gilt als Begründer des ungarischen Zweiges der Familie Habsburg. Sein Schloss in Alcsút wurde zwischen 1819-1827 nach den Plänen von Mihály Pollack errichtet (nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloss völlig vernichtet, nur der mit Säulen geschmückte Eingang steht noch). Der Park um das Sommerhaus des Palatins wurde nach 1825 im Stil eines englischen Gartens entworfen. Die schönsten Schätze des botanischen Gartens sind die riesigen Platanen und die roten Buchen. Die Sammlung an Tannen, Eichen Linden und Ebereschen ist auch beachtenswert.
Die Blütezeit des Dorfes bedeutete das 19. Jahrhundert. Der wirtschaftliche Aufschwung war nicht nur der Tatsache zu verdanken, dass der ungarische Zweig der Habsburger sein Schloss hier erbaute, sondern auch dem, dass sie ein gut organisiertes Gut hier einrichteten. Das Herrschaftsgut sicherte Arbeitsmöglichkeiten, der Palatin und seine Nachkommen unterstützten den Ort regelmäßig, vor allem durch die Errichtung von öffentlichen Institutionen (Schule, Kindergarten, Feuerwehrstation, Armenhaus).
An der Wende des 19–20. Jahrhunderts ging die Einwohnerzahl von Alcsút an die 1700, in Doboz lebten etwa 470 Personen. Die gesellschaftlichen Organisationen wurden nach und nach gegründet: Feuerwehrverein, Lesekreis, Handwerkerverein, Gesangs- und Wirtsverein.
In der konfessionellen Lage der Bevölkerung zeigten sich auch Veränderungen. Während seit dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts die Einwohner größtenteils kalvinistisch waren, lebten am Anfang des 20. Jahrhunderts Kalvinisten und Katholiken etwa in gleicher Zahl hier. Die Kirche der römisch-katholischen Gemeinde wurde mit Unterstützung des Erzherzogs Joseph Karl 1907 fertiggestellt. Der Erzherzog machte sich auch im wissenschaftlichen Leben einen Namen. Über die Flora seines Gutes in Alcsút und über seine in Fiume durchgeführten Experimente in der Pflanzenzucht berichtete er in wissenschaftlichen Publikationen. Seinen Rang unter den europäischen Gelehrten erreichte er auch dadurch, dass er sich mit der Folklore und der Sprache der Zigeuner beschäftigte. Die ersten Ansätze zur Lösung der Zigeunerfrage in Ungarn sind mit seinem Namen verbunden. Sein Sohn, Erzherzog Joseph August war ein erfolgreicher General im ersten Weltkrieg und hatte eine wichtige Funktion auch in der Zeit der Auflösung der Monarchie. Er tat auch viel für das Dorf, unterstützte die Schulen der Kirchen und die Bildungsvereine.
Trotz der Weltwirtschaftskrise bereicherte sich Alcsút zwischen den zwei Weltkriegen (1918–1939). Die Einwohnerzahl lag bei etwa 1800 Personen. Für Vértesdoboz gilt das aber nicht, die Zahl der Einwohner ging hier nur an die 400. Die Selbständigkeit in der Verwaltung konnte trotz großer Bemühungen nicht aufrechterhalten werden. 1935 wurde gemeinsam mit Alcsút das Kreisnotariat gegründet. Der Sitz wurde Alcsút, diese Entscheidung warf den „Schatten” der Vereinigung voraus.
In Alcsút verstärkte sich eine immer selbstbewusstere Handwerkerschicht, die 25-30 Morgen große Felder bewirtschaftete, und die auch das geistige und gesellschaftliche Leben des Ortes bestimmte. Die Handwerker und die Händler hatten auch eine wichtige Rolle. Die freiwillige Feuerwehr arbeitete weiterhin, der Gesangsverein der Handwerker genauso, verschiedene Genossenschaften wurden gegründet. Das Unterrichtswesen war nach Konfessionen gegliedert: es gab eine katholische und eine kalvinistische Schule und eine Grundschule in Göböljárás. Von 1882 an leitete der Orden der barmherzigen Schwestern die katholische Mädchenschule und den Kindergarten. Auch ein Armenhaus und eine katholische Mädchenvereinigung wurde gegründet.
Zwischen dem 23. Dezember 1944 und der Mitte April 1945 war das Dorf selbst in der Frontlinie. Am 23. Dezember besetzten die Truppen der Roten Armee den Ort, die fast vier Monate in Alcsút verbrachten. Die Soldaten beschalgnahmten den Tierbestand, das Getreide und die Lebensmittel der Bewohner. Nach dem 23. Dezember 1944 brannte
das Schloss, die Kapelle, die Bibliothek und das Archiv aus. Die Ruinen des jahrelang ohne Besitzer vegetierenden Schlosses wurden 1951 abgetragen.
Im Frühling 1945 wurden die verschiedenen Parteien, Organisationen gegründet, die Bodenverteilung nahm ihren Anfang. Das Herrschaftsgut wurde in kleinere Teile zergliedert, in Göböljáráspuszta sollte ein staatliches Landwirtschaftsbetrieb eingerichtet werden.
Das 1950 vereinigte Dorf trug monatelang den Namen Váldoboz, aber nach dem Antrag der Bewohner wurde es umbenannt: Der neue Name lautete Alcsútdoboz. Es kamen schwere Jahre, die kommunistische Diktatur ließ das Unterrichtswesen, die Industrie und den Handel verstaatlichen. Mit der Gründung der Landesproduktionsgenossenschaften wurde auch die seit 1848 frei und selbständig arbeitende Bauernschicht vernichtet.
In den Tagen der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956 kam es im Dorf zur Gründung des Nationalkommitees und der Bürgerwache. Die nationale Freiheit und die Selbstbestimmung konnte sich jedoch erst während des politischen Systemwechsels entfalten. Alcsútdoboz hat heutzutage wieder zu sich gefunden, und ist eine sich dynamisch entwickelnde Siedlung im Komitat Fejér.

 

 

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