Einleitung

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Einleitung
Täglich begegnen wir Namen von Ortschaften, diese bestimmen unseren Geburtsort, unseren Wohnort, das Ziel unserer Reise, die verschiedenen Wissenschaften können ihren Gebrauch, ihre Präsenz nicht entbehren. Die Entstehung der Ortsnamen ist das Ergebnis eines jahrhundertelangen Vorganges, die Siedler haben der betreffenden Ortschaft ihren Namen gegeben, und über Jahrhunderte sind die Behörden beim Prozess der Namensgebung nicht eingeschritten. Die Welt der Ortsnamen ist also äußerst vielfältig. Die seit vielen Jahrhunderten zusammenlebenden Nationalitäten Siebenbürgens haben ihr System der Ortsnamen entwickelt, was durch ständige Veränderungen und Wandlungen gekennzeichnet ist. Diese Vielfältigkeit hat niemandem Schaden zugefügt und tut es auch heute nicht.
Bei der Zusammenstellung des vorliegenden Materials der Ortsnamen wurden die Arbeiten von György Fejér, Lajos Nagy, Elek Fényes und Frigyes Pesty in Betracht gezogen, weiterhin die in den Jahren 1850, 1858, 1872, 1873, 1877, 1882, 1888, 1893, 1907, 1913, 1941, 1942, 1944 erschienenen Verzeichnisse der Ortsnamen, verwendet wurden zudem die Angaben der Volkszählungen der Jahre 1784–1787, 1857, 1881, 1891, 1900 und 1910. Von Nutzen waren für den Band außerdem die Ortsnamenverzeichnisse von György Lelkes, László Sebők, Dénes Wildner, Attila M. Szabó und Erzsébet M. Szabó sowie die geschichtlich-statistischen Angaben der Bände von Árpád E. Varga.
Die Grundlage des ungarischen Namensmaterials dieses Wörterbuchs der Ortsnamen bilden die Namensvarianten der Ortschaften im Wörterbuch der Ortsnamen aus dem Jahre 1913, die von dem Landesstammbuch-ausschuss der Gemeinden (Országos Községi Törzskönyvbizottság, OKTB) auf der Grundlage des IV. Gesetzesartikels aus dem Jahre 1898 anerkannt und durch die lokalen Vertretungskörperschaften bewilligt wurden. Der Beschluss des Landesstammbuchausschusses der Gemeinden ist im Falle jeweils eines Komitats bei der Aufzählung der zeitgenössischen Komitate zu finden. Das erste offizielle Ortnamenverzeichnis ist 1873 in einer Ausgabe der Zentralen Statistischen Behörde (Központi Statisztikai Hivatal, KSH) erschienen. Danach sind die Veränderungen der Ortsnamen zunehmend häufiger, die zum Teil die Hegemonie und Priorität des Ungarntums zu belegen beabsichtigten.
Im Fall der Namensveränderungen vor und nach 1898 sind folgende Hauptgruppen zu unterscheiden:
1. Namensgebung für neue Ortschaften (im Fall des Zusammenschlusses mehrerer Ortschaften)
2. Die Einstellung dessen, dass Siedlungen über mehrere Namen verfügen, und die Wiederherstellung der ursprünglichen (einstigen) ungarischen Namensform
3. Die Magyarisierung von Ortsnamen (die Umwandlung, Ersetzung, Übersetzung usw. der nicht-ungarischen Namensform oder einzelner Elemente derselben) Máramaros vm. Rozávlya Rozália, Rekita Reketye, Sajó-Polyána Sajómező, Pojnica Kismező, Székáspreszáka Székásgyepű, Preszáka Gyepűpataka.
4. Namensveränderung im Interesse dessen, dass ein Ortsname nur eine Siedlung bezeichnen soll. Eine Gemeinde soll nur über einen offiziellen Namen verfügen, Namensformen ähnlicher Gestalt und ähnlichen Klanges sollten innerhalb des Landes nicht existieren (eine Gemeinde – ein Name, ein Name – eine Gemeinde).
Das Material der rumänischen Ortsnamen stammt aus in den Jahren 1909, 1921, 1932, 1954, 1956, und 1974 herausgegebenen rumänischen Wörterbüchern der Ortsnamen, aus in bestimmten Zeitabständen registrierten Volkszählungsangaben nach Ortschaften, aus im Laufe der Jahre erschienenen Anhängen von Verwaltungsgesetzen und Dekreten, Beschlüssen und Verordnungen zur Namensumänderung.
Im Zusammenhang mit den deutschen Ortsnamen (hinsichtlich der Quellen siehe die Bibliografie) sind diese ihrer Herkunft gemäß in drei Gruppen einzuteilen: a) die deutsch-sächsischen Ortsnamen des Königtums sowie die deutsch-schwäbischen Ortsnamen des Banats und des Partiums, b) die deutschen und sächsischen Ortsnamen, die Ortschaften verliehen wurden, welche in dem Randgebiet zu der sächsischen Bevölkerung des Königtums benachbart lagen und mit dieser in Kontakt standen, c) die durch die österreichische Verwaltung eingeführten deutschen Ortsnamen. 1925 Siedlungen besitzen einen deutschen Namen und eine deutsche Namensvariante, im Fall der sächsischen Ortsnamen wurde die lokale Volksschreibweise übernommen, mit Hinblick darauf, dass der sächsische Dialekt nach Regionen Unterschiede aufweist. Eine Besonderheit ist die Verwendung von V statt W, von Sz statt S oder von Ny statt N. Nach den Angaben der Volkszählung aus dem Jahre 1910 lebten die 553.902 Deutschen in 564 Ortschaften in Siebenbürgen, dem Banat, in Bihar, Szatmár und Máramaros. In 253 Siedlungen waren sie in der Mehrzahl, wobei ihr Anteil im Vergleich zu den Nationalitäten der übrigen Bewohner in 41 Ortschaften über 90% betrug. Die einzige Siedlung, in der ihre Präsenz 100% betrug, ist Lindenfeld (auf ungarisch Karánberek, auf rumänisch ebenfalls Lindenfeld) im Komitat Krassó-Sörény. 1930 betrug ihre Zahl 497.752, 1956 367.857, 1977 347.896, 1992 109.014. Der Weltkrieg, die darauf folgende Flucht, die Aussiedlung, Deportierung, die Umsiedlung nach Deutschland hat den Anteil der Deutschen in großem Umfang gesenkt. Ein gutes Beispiel hierfür ist erneut der Fall Lindenfeld: Nach den Angaben der Volkszählung von 1992 hatte es insgesamt einen Einwohner, dieser bekannte sich zur deutschen Nationalität. Die Bewahrung des Materials der Ortsnamen der deutschen Bevölkerung, die leider vom Aussterben bedroht ist und die in der Vergangenheit eine entscheidende Bedeutung in der Wirtschaft, der Industrie und der Kultur hatte, hat dieser Band als seine Aufgabe betrachtet.
Das Material der Ortsnamen von serbischen, kroatischen, ukrainisch-ruthenischen, slowakischen, tschechischen und bulgarischen Gemeinschaften, die in kleinerer Bevölkerungszahl gelebt haben und noch leben, wurde bislang in Ortsnamenverzeichnissen nicht veröffentlicht. Das Material der Ortsnamen dieser kleineren Gemeinschaften stammt von ihren Organisationen, parlamentarischen Vertretern und von Wissenschaftlern.
Auch die Ortsnamen haben ihr Schicksal. Die Staatsmacht greift des Öfteren ein, verändert sie, beschränkt ihre Verwendung oder verbietet sie gar. Einige Beispiel zur Illustration: Mit der Einführung und Etablierung des österreichischen Verwaltungswesens haben auf dem von behandelten Gebiet viele Ortschaften einen deutschen Namen erhalten, in denen keine Deutschen lebten. Solche Fälle trifft man in den Komitaten Hunyad und Szilágy an, aber auch andernorts, es erhielten solche Szekler Siedlungen deutsche Ortsnamen, wo mit dem Ausbau des Grenzgebiets auch das österreichische militärische Verwaltungswesen eingeführt wurde. Die ungarische Staatsmacht trug zwischen 1901 und 1912 die Ortsnamen nach Komitaten (mit Ausnahme der Komitate Fogaras und Hunyad, wo dies nicht geschehen ist) in das Stammbuch ein, dabei wurden die von den Nationalitäten gebrauchten Ortsnamen magyarisiert oder übersetzt. Nach 1918 wurden unter den neuen staatlichen und administrativen Umständen in der Angelegenheit der Ortsnamen wiederholte Male Verordnungen erlassen. Im Jahr 1925 verfügte das Gesetz 95 bezüglich der Vereinigung und Vereinheitlichung des Verwaltungswesens auch über die Rumänisierung der Ortsnamen. Ungarische und deutsche Ortsnamen wurden ins Rumänische übersetzt, oder die Ortschaften erhalten einen neuen Namen. Zu ähnlichen Namensveränderungen kam es auch 1954. Ähnlich der Verbotspolitik der dreißiger Jahre wurde nach einem Beschluss vom 3. April 1988 den Zeitungen, Zeitschriften, Buchverlagen, Rundfunk- und Fernsehredaktionen untersagt, die ungarischen, deutschen, serbischen, ukrainischen, slowakischen usw. Ortsnamen zu verwenden. In den Jahren nach 1990 wurden Versuche dahingehend unternommen, zwei- oder mehrsprachige Ortsnamenschilder zu verwenden, was in mehreren Orten zu Verwirrungen und Zwistigkeiten führte. Wir sind der Hoffnung, dass sich durch die korrekte Anwendung des Beschlusses 215 von 27. November 2001 der Rumänischen Regierung der rechtsmäßige Gebrauch der Ortsnamen der Nationalitäten in jedem betroffenen Komitat löst.
Das Grundmaterial des Wörterbuches bilden die Namen von 5818 Siedlungen (Stadt, Dorf, Weiler, Kolonie, Stadtviertel, Dorfteil). Ein Artikel beinhaltet jeweils folgende Angaben: den derzeitigen, offiziellen rumänischen Namen, darauf folgen die rumänischen Varianten, zu welchem derzeitigen Komitat, zeitweilig zu welcher Dorfgemeinde die Siedlung gehört (die Markierung ist #), im Falle einer Ortschaft, die inzwischen mit einer nahegelegenen Siedlung verschmolzen ist, wird das Zeichen verwendet, danach steht der ungarische offizielle Name sowie dessen Varianten. Falls die betreffende Siedlung über einen deutschen, sächsischen, ukrainischen (ruthenischen), serbischen, kroatischen, tschechischen, slowakischen, bulgarischen, jiddischen, polnischen oder türkischen Namen verfügt, sind diese Benennungen ebenfalls angegeben. Hierauf folgt der historische Teil des Wörterbuchs. Mithilfe des Quellenmaterials (siehe Quellenverzeichnis) wurden die Varianten des Namensmaterials einer Siedlung von der ersten schriftlichen Erwähnung (getreu der Form in der Urkundensammlung) bis in unsere Tage angegeben. Im Fall der lateinischen, deklinierten Namensform wird nur jener Teil angegeben, in dem die gegebene Namensform zu finden ist. Vor der Namensform steht jeweils jene Jahreszahl, in welcher der betreffende Name zu finden ist, darauf folgt die eigentliche Namensform, danach in Klammern die Quelle der Information. Mit dem Zeichen + sind an die betreffenden Siedlungen die einst dazugehörenden Weiler und Kolonien angeschlossen. Ein Teil dieser ist entweder zerstört worden (infolge von Kriegen, Vergenossenschaftlichungen und aus anderen Gründen) oder ist mit der Siedlung verschmolzen, im Artikel wurden sie aufgrund ihres Namens aufgenommen. Im letzten Teil des Artikels wird nach dem Zeichen die Zugehörigkeit, die Rechtsstellung im Verwaltungswesen erörtert. Bei der administrativen Einordnung wurden die mittelalterliche Einordnung nach Komitaten und Stuhl in Betracht gezogen, die zeitweiligen Varianten der Benennung sowie die territorialen Veränderungen, die österreichischen Maßnahmen hinsichtlich der Zentralisierung des Verwaltungswesens, die Verwaltungsreform von 1876 sowie die Schritte hinsichtlich deren Verbesserung im Jahre 1918, die rumänischen Veränderungen im Verwaltungswesen nach 1920, das System der 1950 nach sowjetischem Muster eingeführten Rayons und Regionen bis hin zu den 1968 erneut gebildeten Kreisen. Es wird angegeben zu welchem Komitat, Kreis, Szekler- oder Sachsenstuhl, Filialstuhl, Bezirk, Grenzbezirk, Provinz, Rayon die Siedlung im Laufe der Jahrhunderte gehörte. Hinsichtlich der Rechtsstellung wird die Veränderung des Ranges der Ortschaft verfolgt: Dorf, Weiler, Wüstung, Kolonie, Dorfgemeinde, Stadt, Marktflecken, freie königliche Stadt, königliche Bergbaustadt, Stadt mit Gemeinderat, Stadt mit Munizipialrecht, Munizipium, darauf folgt zu welchem Komitat, Kreis, Stuhl, Bezirk, Rayon oder welcher Region die Siedlung gehörte, beziehungsweise wessen Verwaltungssitz sie war. Die Verwaltungseinheiten sind mit Abkürzungen angegeben. Im Falle des Verwaltungssitzes ist der Ortsname unterstrichen (Kolozsvár).

 

 

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